Anwendungsfälle
Ein
traditionelles Berichtswesen ist in jedem Unternehmen für die Steuerung
und Ableitung von Unternehmensentscheidungen in jeder Ebene – strategisch,
taktisch und operativ – notwendig. Durch eine Vielzahl an Möglichkeiten
können solche Berichte in nahezu beliebigen Formaten (HTML-Ausgabe
in einem Portal, MS Excel, MS Powerpoint, MS Word und natürlich Adobe
PDF) ausgegeben und dann weiterverarbeitet werden. Es ist auch denkbar,
für verschiedene Benutzergruppen unterschiedlich umfangreiche Werkzeuge
zur Verfügung zu stellen. Von statischen Berichten über interaktive,
parametrisierbare und verknüpfte Berichte bis hin zu Berichtsmodellen,
die für die Erstellung eigener Berichte dienen können, gibt
es ein breites Spektrum an Optionen.
Ad-hoc-Berichterstellung
Benutzer, die mit Geschäftsdaten arbeiten, sind oft darauf angewiesen,
Berichte unmittelbar erstellen und optimieren zu können. Reporting
Services stellt den Berichts-Generator bereit, ein Tool, das es Ihnen
ermöglicht, eine Berichtsvorlage und ein Berichtsmodell vom Berichtsserver
auszuwählen, Datenfelder und grafische Elemente auf eine Entwurfsoberfläche
zu ziehen, um einfache Berichte zu erstellen, die Berichtsdefinitionsdateien
auf dem Server zu speichern und die Berichte zu ändern. Für
Ad-hoc-Berichte sind vordefinierte Berichtsmodelle erforderlich, die von
einem Modell-Designer erstellt und dann auf dem Berichtsserver veröffentlicht
wurden, um dann im ganzen Unternehmen verwendet werden zu können.
Eingebettete Berichterstellung
Als Entwickler können Sie Reporting Services verwenden, um Berichterstellungsfeatures
in Ihrer Anwendung bereitzustellen. Bei einigen Anwendungen kann durch
das Hinzufügen von Berichten eine Featuregruppe vervollständigt
werden, da hierdurch eine Möglichkeit bereitgestellt wird, um die
von der Anwendung nachverfolgten, erstellten oder überwachten Daten
darzustellen. Verwenden Sie den Berichts-Designer, um die Berichte entweder
basierend auf der Datenquelle, die in der Anwendung bereitgestellt wird,
oder auf einer öffentlich verfügbaren Datenquelle zu erstellen.
Verwenden Sie die API, um den Zugriff auf und die Unterstützung für
jedes der integrierten Berichtsserverfeatures zu definieren und hinzuzufügen,
das Sie in die Anwendung einbinden möchten. Schließen Sie einen
Berichtsserver und die Berichtsserver-Datenbank, die Berichte und andere
Metadaten enthält, in die Anwendungsbereitstellung ein. Wenn der
Benutzer zur Laufzeit einen Bericht anfordert, ruft der Anwendungscode
den Berichtsserver-Webdienst auf, der dann seinerseits die Berichtsdefinition
aus der Berichtsserver-Datenbank abruft und den Bericht mit den aktuellsten
Daten verarbeitet.
Wenn für die Anwendung nicht alle von einem Berichtsserver bereitgestellten
Features erforderlich sind, können Sie stattdessen auch die ReportViewer-Steuerelemente
verwenden, die mit Microsoft Visual Studio 2005 bereitgestellt werden.
Anders als Reporting Services können die ReportViewer-Steuerelemente
kostenlos mit Ihrer Anwendung vertrieben werden.
Portalintegration
Da Berichte Daten aus einer Vielzahl von Quellen aufnehmen und darstellen
können, werden die interaktiven Berichterstellungsfeatures von Reporting
Services in vielen Organisationen verwendet, um Tabellen- oder Diagrammdaten
über Portalanwendungen zu verteilen. Sie können Berichte auf
einer Portalseite hosten oder einen Bericht erstellen, der eine Webanwendung
im Dashboardstil nachahmt, indem Sie mehrere Berichte, Diagramme und datengesteuerte
Grafiken in ein einziges frei wählbares Berichtslayout einbetten.
Immer, wenn Sie Tabellen- oder Diagrammdaten in eine Branchenanwendung
einbinden müssen, sollten Sie erwägen, stattdessen einen Bericht
hinzuzufügen.
Internetberichterstellung
Durch die Bereitstellung eines Berichtsservers auf einem Webserver mit
Internetanbindung können Sie Berichte auch für Mitarbeiter zur
Verfügung stellen, die im Außendienst tätig sind oder
in einer anderen Niederlassung arbeiten. Beachten Sie, dass es für
die Bereitstellung von Berichten über das Internet normalerweise
erforderlich ist, eine benutzerdefinierte Sicherheitserweiterung zu erstellen,
damit die formularbasierte Authentifizierung unterstützt wird. Hierfür
sind Fachkenntnisse im Bereich Websicherheit und Internetbereitstellung
sowie Programmierkenntnisse zum Schreiben der notwendigen Erweiterungen
erforderlich.
Erstellen benutzerdefinierter Tools für Berichtsentwurf und -verwaltung
Die in Reporting Services enthaltenen Tools und Anwendungen basieren
auf Programmierschnittstellen, die allen Benutzern zur Verfügung
stehen. Somit können Sie die Anwendungen und Tools von Reporting
Services durch selbst erstellte benutzerdefinierte Tools ersetzen. Wenn
Sie beispielsweise eine andere als die für den Berichts-Designer
bereitgestellte Visual Studio-Berichterstellungsumgebung verwenden möchten,
können Sie ein eigenes Tool zum Erstellen von Berichten entwickeln
und es anstelle dieser Umgebung verwenden. Wenn Sie ein benutzerdefiniertes
Webportal oder Berichtsverwaltungstool erstellen, sollten Sie die API
daraufhin überprüfen, welche Verwaltungsfunktionen für
Berichtsserver Sie unterstützen müssen. Reporting Services schließt
einen WMI-Anbieter (Windows Management Instrumentation, Windows-Verwaltungsinstrumentation)
ein, mit dem Sie Windows-basierte Tools zur Serververwaltung entwickeln
können.
Erweitern der Reporting Services-Funktionalität
Reporting Services ist als erweiterbare Technologie konzipiert. Sie können
benutzerdefinierte Erweiterungen erstellen, um weitere Arten von Datenquellen,
Übermittlungsmethoden, Sicherheitsmodellen und Berichtselementen
zu unterstützen. Der Schwierigkeitsgrad der Erstellung benutzerdefinierter
Erweiterungen kann erheblich variieren, je nachdem, welche Art von Erweiterung
Sie erstellen und welche Funktionalität durch diese Erweiterung unterstützt
werden muss. Die Erstellung von Datenverarbeitungserweiterungen ist normalerweise
vergleichsweise einfach, wohingegen die Erstellung von Renderingerweiterungen
sehr kompliziert sein kann, falls die Unterstützung für das
ganze Berichtsschema erforderlich ist.
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Einsatz des MS SQL Servers
Charakter
SQL
Server 2005 Reporting Services ist eine serverbasierte Berichterstellungsplattform,
mit der Sie tabellarische und grafische Berichte, Matrix- und Freiformberichte
mit Daten aus relationalen und multidimensionalen Datenquellen erstellen
und verwalten können. Die erstellten Berichte können über
eine webbasierte Verbindung angezeigt und verwaltet werden. Reporting
Services enthält die folgenden Kernkomponenten:
- Eine vollständige Sammlung von Tools zum Erstellen, Verwalten
und Anzeigen von Berichten.
- Eine Berichtsserverkomponente zum Hosten und Verarbeiten von Berichten
in einer Vielzahl von Formaten. Mögliche Ausgabeformate sind HTML,
PDF, TIFF, Excel, CSV und andere.
- Eine API, mit der Entwickler Daten- und Berichtsverarbeitung in Anwendungen
integrieren bzw. erweitern können, oder mit der benutzerdefinierte
Tools zum Erstellen und Verwalten von Berichten erstellt werden können.
Die Berichte können Sie erstellen aus relationalen oder multidimensionalen
Daten von SQL Server, Analysis Services, Oracle oder jedem beliebigen
Microsoft .NET-Datenprovider, wie z. B. ODBC oder OLE DB. Sie können
tabellarische Berichte, Matrix- oder formfreie Berichte erstellen. Ebenso
können Sie Ad-hoc-Berichte erstellen, die vordefinierte Modelle und
Datenquellen verwenden.
Die mit Reporting Services erstellten Berichte übertreffen herkömmliche
Berichte sowohl visuell als auch funktionell durch die Bereitstellung
interaktiver und webbasierter Features. Einige Beispiele dieser Features
sind z. B. Drilldownberichte, mit denen durch Datenebenen navigiert werden
kann; parametrisierte Berichte, die das Filtern nach Inhalt zur Laufzeit
unterstützen; Freiformberichte, die den Inhalt in vertikalen, verschachtelten
oder nebeneinander angeordneten Layouts unterstützen; Verknüpfungen
zu webbasierten Inhalten oder Ressourcen, sowie sicherer, zentralisierter
Zugriff auf Berichte über ferne oder lokale Verbindungen im Web.
Architektur
SQL Server Reporting Services ist eine Sammlung von Verarbeitungskomponenten,
Tools und Programmierschnittstellen, die die Entwicklung und Verwendung
von ausführlichen Berichten in einer verwalteten Umgebung unterstützen.
Darin enthalten sind Entwicklungstools, Konfigurations- und Administrationstools
sowie Tools zur Berichtsanzeige. Programmierschnittstellen sind SOAP (Simple
Object Access Protocol), URL-Endpunkte sowie WMI (Windows Management Instrumentation)
für die einfache Integration mit neuen oder vorhandenen Anwendungen
und Portalen.
Das Verarbeiten ist auf mehrere Komponenten verteilt. Zentrale und spezialisierte
Prozessoren werden zur Abfrage von Daten, zur Verarbeitung des Berichtslayouts,
zum Rendern der Präsentationsformate und zum Übermitteln an
die Ziele verwendet. Zur Präsentationsverarbeitung kommt es, nachdem
die Daten abgefragt und getrennt wurden von der Datenverarbeitung. Dadurch
können mehrere Benutzer denselben Bericht gleichzeitig in Formaten
überprüfen, die für verschiedene Geräte konzipiert
sind, oder das Anzeigeformat des Berichts ändern, von HTML in PDF,
in Microsoft Excel oder in XML, alles mit nur einem Klick. Die modulare
Architektur ermöglicht Erweiterbarkeit. Entwickler können Berichterstellungsfunktionen
in benutzerdefinierte Anwendungen aufnehmen oder die Berichterstellungsfunktionalität
um die Unterstützung benutzerdefinierter Features erweitern.
Das folgende Diagramm zeigt die Komponenten und Tools von Reporting Services.
Das Diagramm zeigt auch, wie benutzerdefinierte Tools in das Gesamtkonzept
passen. Daneben zeigt es den Fluss von Anforderungen und Daten zwischen
den Serverkomponenten sowie welche Komponenten Inhalte an einen Datenspeicher
senden bzw. aus einem Datenspeicher abrufen.


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